Bemerkenswert

SwissMicros – Schweizer Technik von vorgestern?

Wenn man heute im 21. Jahrhundert auf die Errungenschaften der letzten 75 Jahre zurückblickt, so wird einem schnell klar wie schnell diverse Entwicklungen, egal in welchem Bereich, ihre Stoßrichtung ändern, was nicht selten zu den seltsamsten Überraschungen führt. Es ist somit auch klar, daß selbst älteste Erfahrungswerte, die auf den Traditionen und Erkenntnissen bestimmter Industriezweige aufbauen, aus heutiger Sicht völlig über den Haufen geworfen werden und daher einer gründlichen Neubewertung bedürfen. Dies gilt selbst für Länder und Nationen, die zwar für sehr lange Zeit als quasi immun gegen solcherlei Strömungen galten, jedoch am Ende genauso den Gesetzen der Marktwirtschaft im Zuge der Globalisierung unterlagen, wie alle anderen auch.

Ein Land wie die Schweiz kann als potentieller Kandidat für solche Veränderungen und Paradigmenwechsel gelten. Signifikant dafür ist dessen Stellung allein schon in der Uhrenindustrie, die ihre schmerzliche Niederlage gegen einige Hersteller in Japan hinnehmen mußte, da ihr scheinbar ewiger Dornröschenschlaf in vermeintlicher Vormachtstellung spätestens seit Mitte der 1970er Jahre nun jäh unterbrochen wurde und durch die steile Talfahrt eines ganzen Industriezweigs zu einem plötzlichen Erwachen führte. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse führten auch spätestens seit Mitte der 1980er Jahre zu entsprechenden Veränderungen in der Schweizer Elektronikindustrie, in der dann emsig neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, um auch hier wieder im internationalen Wettbewerb mitzumischen und wenigstens halbwegs Konkurrenzfähig zu bleiben.

Nun gibt es auf diesem Fachgebiet aber auch in diesem Jahrhundert so manche Firmengründung, die oft auf schwachen Beinen und nur ungenügend vorfinanziert versucht in diversen Nischenmärkten ihre Produkte zu etablieren. Eines dieser Unternehmen und deren Produkte nehme ich hier etwas genauer unter die Lupe. Die SwissMicros GmbH, ein seit 2014 registriertes Unternehmen mit Sitz in Zürich, das lediglich aus drei Personen besteht. Es ist also nicht gerade das was man von einem Hersteller, der sich am internationalen Markt behaupten will, erwartet. Nach eigener Darstellung hatte einer der Mitbegründer dieser Firma bereits 2011 den Prototyp eines Taschenrechners, einen quasi Nachbau des HP-15C, gebastelt. Schon damals war das Interesse an so einem Gerät ausgesprochen minimal und nur von ein paar wenigen Enthusiasten begrüßt worden, an dieser Situation hat sich bis heute 2020 nichts geändert. Wer, außer Schüler und Studenten, verwendet heute noch einen Taschenrechner? Die in der Berufswelt heute geforderte Rechenleistung ist mittlerweile um ein Vielfaches gestiegen und nur in sehr wenigen Ausnahmefällen werden Ingenieure und Wissenschaftler einen Taschenrechner für den mobilen Einsatz vorziehen.

Aber die allgemeine Marktlage ist hier nicht das eigentliche Problem, sondern vielmehr die geradezu archaische Unfähigkeit ein inzwischen weiterentwickeltes Produkt professionell zu vermarkten. Normalerweise sollte ein Unternehmen, das noch dazu auf so schwachen Beinen steht, auf internationale Standards in allen denkbaren Bereichen achten und darauf rechtzeitig reagieren, wenn sich erkennbare Mängel ergeben. Aber nicht so bei SwissMicros, hier ist man offensichtlich unfähig oder zu faul, um auf die Bedürfnisse einer ohnehin schmalen Klientel zu reagieren. Man gewinnt zudem auch den Eindruck, daß dieses Unternehmen nicht in der Lage ist aus den eigenen Fehlern zu lernen. Das beginnt bereits bei den inzwischen bekannt gewordenen Qualitätsmängel der Hardware bis hin zur Software und schließlich dem Versand.

Wenn man sich nun die beiden teuersten Geräte dieser Marke, DM42 (ein Klon des HP-42S) und DM41X (ein Klon des HP-41CX), genauer ansieht, dann kann man sehr schnell feststellen, daß diese museal anmutenden Geräte buchstäblich in Hardware und Software zusammengefrickelt wurden, so als hätten diese das Prototypenstadium nie verlassen. Begriffe wie Qualitätssicherung oder Qualitätskontrolle existieren praktisch nicht, die Geräte werden praktisch ohne jede Endkontrolle ausgeliefert und zudem auch noch für den internationalen Versand vollkommen ungenügend verpackt. Nicht selten erreichen diese dann ihren Empfänger in defektem Zustand und werden genauso schnell wieder zurückgeschickt.

Die im Laufe der letzten sechs Jahre festgestellten Mängel sind erschreckend:

  1. Die Geräte verfügen über kein Batteriefach im herkömmliche Sinn, daher ist der Zugang zur (CR2032) Batterie nicht ohne Werkzeug möglich, man muß die komplette Rückwand abschrauben. Die Platine ist im Bereich des Batteriehalters völlig ungeschützt und es fehlt die dafür nötige Abdeckung.
  2. Der Stromverbrauch war in mehreren Fällen so unnatürlich hoch, daß die Geräte bereits nach wenigen Tagen praktisch tot waren. Die Ursache wurde einige Zeit später in Kondensatoren von äußerst schlechter Qualität festgestellt, was wiederum zu unzähligen Rückläufern führte. In einzelnen Fällen hatte man auch noch die Frechheit den Kunden die Selbstreparatur anzubieten, indem man die dafür nötigen Komponenten „kostenlos“ zur Verfügung stellte, und das auch noch während der Garantiefrist!
  3. Mit den Tastaturen gab es von Anfang an Probleme, diese erwiesen sich oft als total unzuverlässig, was ein flüssiges Arbeiten damit praktisch unmöglich machte. Erst seit September 2020 wurde dieses Problem durch eine bessere Variante halbwegs gelöst.
  4. Auch mit dem Display gab es immer wieder Probleme, die zum Teil durch Fehler in der Firmware verursacht wurden.
  5. Der Einbaustecker für das USB-Kabel, das eine Verbindung mit dem PC ermöglichen soll und im Lieferumfang nicht enthalten ist, ist viel zu tief eingebaut, was zur Folge hat, daß die meisten Stecker nicht bis zum Anschlag eingesteckt werden können. Die Datenübertragung ist in diesen Fällen nicht mehr möglich. Das Unternehmen kennt dieses Problem seit langem und ist nicht bereit darauf entsprechend zu reagieren. Dies hätte man leicht vermeiden können, indem man ein passendes Kabel mit einem etwas längeren Steckkontakt beschafft und dem Lieferumfang beifügt. Stattdessen rät man den Kunden mit einem Messer einen Teil der Isolierung wegzuschneiden, um diesen Mangel auszugleichen, eigentlich unfaßbar!
  6. Zahlreiche Fehler in der Firmware und Software führten über Jahre zu einer eingeschränkten Gebrauchsfähigkeit dieser Rechner. Mehrere dieser Probleme sind bis heute nicht gelöst.
  7. In den technische Spezifikationen wird unter anderem verschwiegen, daß die Taktfrequenz von 80 MHz nur in Verbindung mit einem Steckernetzgerät oder dem PC mittels USB-Kabels zu erreichen ist, ansonsten beträgt diese nur 24 MHz.
  8. Die Geräte werden ohne jegliches Zubehör ausgeliefert, es gibt kein Steckernetzgerät, kein USB-Kabel, keine CD-ROM od. USB-Stick, keine gedruckte Kurzanleitung, das Anwenderhandbuch existiert nur in Form eine PDF-Datei, die man erst aus dem Internet herunterladen muß, auch ist diese lückenhaft und ausschließlich nur in Englisch verfügbar, da keine Übersetzung in andere Sprachen existiert. Kurzum, Kundenservice wird bei SwissMicros offenbar nicht wichtig genommen, man läßt die Dinge laufen wie sie sind.

Verglichen mit den heute bekannten Mitbewerbern am internationalen Markt ist das alles zusammen eigentlich unglaublich, es ist eigentlich ein Wunder, daß dieses Unternehmen noch immer existiert. Ich jedenfalls rate von einem Kauf dieser Geräte vehement ab, denn für den Preis von deutlich weniger als ca. CHF 230 bekommt man heute wesentlich bessere Geräte, deren Qualitätsstandards und Leistungsfähigkeit jene von SwissMicros um ein Vielfaches übertreffen. Guter und zuverlässiger Service sind der Schlüssel zum Erfolg, etwas das diese Firma offenbar noch lernen muß.

Hewlett-Packard – Irrtümer und Designfehler!

HP 9100A mit links angeordneten Operatoren im numerischen Tastenfeld

Wie bei allem im Leben gibt es auch bei Firmen und Marken ein ewiges Kommen und Gehen. Im Vergleich mit den jeweiligen Firmengeschichten und ihrer Marktstellung im Allgemeinen unterscheiden sich diese aber mitunter gewaltig. Viele erleben nicht einmal das 10. Firmenjahr, andere existieren für Jahrzehnte oder gar über ein ganzes Jahrhundert. Manche aber stechen durch ihre Leistungen und Maßstäbe, die sie über die Zeit hinweg definiert haben, aus der Masse heraus. Einer dieser Pioniere und Wegbereiter einer ganzen Industrie war die Hewlett-Packard Company, die mit ihrem Namen einerseits für Qualität stand, andererseits aber auch nachweislich nicht immer für intelligentes Design bekannt wurde. Vor allem die IT-Branche kann bis heute darüber ein Lied singen!

Was ein Gerät für die EDV taugt, das sieht man allerdings nicht nur an dessen Haltbarkeit, sondern auch an der Reparatur- und Wartungsfähigkeit. Es macht darüber hinaus auch in der Praxis wenig Sinn, wenn ein Gerät zwar äußerst robust konstruiert wurde, aber dessen Bedienbarkeit unter den Designfehlern der Konstrukteure offensichtlich leidet. Dazu gehören praktisch sämtliche physischen Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine, genauso wie auch die Software und diverse Schnittstellen für den Datenverkehr. Eine der wichtigsten dieser physikalischen Schnittstellen möchte ich hier näher beleuchten, es ist die Tastatur.

Tastaturen sind der entscheidende Faktor, wenn es um die Frage nach der Alltagstauglichkeit und Bedienbarkeit eines Geräts geht. Wer damit sein tägliches Brot verdient, der kann sehr schnell feststellen, ob im jeweiligen Fall ein optimaler Bedienungskomfort erreicht wurde oder eher nicht. Entscheidend für die Qualität sind dabei die Gestaltung und Zuverlässigkeit der Schalter, der Tastenhub, der Druckpunkt und der nötige Druck, die Ergonomie der Tastenköpfe, sowie auch die Akustik der Tastenmechanik im Einzelnen. Aber das wichtigste Merkmal dabei ist immer die Anordnung der Tasten und Funktionen nach anthropotechnischen Gesichtspunkten. Es spielt dabei keine Rolle welche Größe das Gerät hat, oder welchem Zweck es dient, entscheidend ist dabei immer die Frage wie intensiv es genutzt wird. Erst im Dauereinsatz läßt sich am besten beurteilen, wie komfortabel die Bedienung eines Geräts am Ende tatsächlich ist.

Aufgrund der Tatsache, daß gut 90% der Menschheit aus Rechtshändern besteht, ist es auch vollkommen logisch jene Tasten, die als Operatoren im Rechnungswesen zwar unverzichtbar sind, aber eben etwas seltener betätigt werden, rechts anzuordnen. Nicht so bei HP, wenn man deren Historie zurückverfolgt. Hier wurde im Laufe der Zeit immer wieder ohne jeden erkennbaren Grund die Richtung gewechselt, und das sicher nicht aus rein politischen Gründen. Diese Inkonsistenz in der Anordnung der Tastaturen setzt sich von den allerersten Tischrechnern (z.B. HP 9100A) von Mitte der 1960er Jahre bis zu den Taschenrechnern (z.B. HP-41CX) bis Anfang der 1990er Jahre fort. Dieser „Zick-Zack-Kurs“ wurde mit Sicherheit nicht aus Rücksicht auf etwaige Linkshänder eingeschlagen, sondern aus einer bis heute nicht nachvollziehbaren Orientierungslosigkeit im Industriedesign. Wie unüberlegt hier vorgegangen wurde wird vor allem dann klar, wenn man die modernsten Rechner von heute 2020 damit vergleicht.

HP-41CX mit den Operatoren links und in umgekehrter Reihenfolge!

Daß dies nicht zwingend so sein muß zeigt auch der HP-42S, der von 1988 bis 1995 hergestellt wurde:

HP-42S mit den Operatoren rechts

Spätestens hier war deutlich eine Trendwende bei HP zu beobachten, die vor allem bei den programmierbaren Grafikrechnern späterer Generationen zu einer Normalisierung der Tastenanordnung führte. Zum Schluß soll auch noch erwähnt werden, daß es bei keiner der Konkurrenzfirmen und deren Erzeugnissen jemals im genannten Zeitraum zu einem so sprunghaften Wechsel bei den Tastaturen kam.

Die Vorbereitung beginnt schon im Herbst!

Manche tragen ihren Kopf auch nur spazieren damit es nicht in den Hals regnet! So könnte man es ausdrücken, wenn man hier manche Artikel liest. So wird zwar das eine oder andere Motorrad stolz bei passender Gelegenheit präsentiert, aber wenn es darauf ankommt schmählich vernachlässigt. Das fängt schon bei diversen Reinigungstätigkeiten an und setzt sich mitunter auch bei der Einhaltung der Serviceintervalle fort. Die Fahrzeugelektrik nimmt hier allerdings eine gesonderte Rolle ein, da sie nicht selten auch noch mit einer Reihe elektronischer Verbraucher am Fahrzeug verbunden ist. Das mindeste wäre dabei nach der letzten Ausfahrt im Spätherbst die Batterien abzuklemmen und auszubauen, damit sie über die Wintermonate die für sie notwendige Pflege bekommen. Zwar bedeutet einmal vergessen noch keine Katastrophe, aber Grundsätzlich ist es für die Lebensdauer jeder Batterie besser, wenn sie die erforderliche Erhaltungsladung bei permanenter Überwachung für die Wintermonate erhält. Im Idealfall sollte die Ladekapazität immer zwischen 80% und 20% gehalten werden, dann erreicht man auch die jeweils längste Lebensdauer bevor sich das gute Stück in eine „Bleisulfatsammelbox“ verwandelt. LiFePO4-Batterien sind zwar wesentlich robuster und zyklenfester als Bleibatterien, sie benötigen aber dennoch die gleiche Pflege. Dafür gibt es heute auch diese schlauen Ladegeräte für jeden Bedarf.

Wer hier von seiner angeblichen Gewohnheit dies regelmäßig zu tun abweicht, der hat bereits den ersten Schritt zur permanenten Vernachlässigung seiner Maschine getan! Die Gründe dafür sind immer die gleichen, Arglosigkeit und Faulheit, man verschiebt diese Tätigkeit eben so lange bis sie aus dem Bewußtsein verschwunden ist und die Batterien sich während dieser Zeit immer mehr entladen bis sie eines Tages bereits so angeschlagen sind, daß nurmehr ein Austausch die Lage rettet. Bei einer normalen Lebensdauer von vier bis fünf Jahren sind diese dann schon nach drei Jahren so krank, daß man den Motor kaum mehr starten kann. Der Aufwand das zu verhindern steht dabei in keinem Verhältnis zum erlittenen Schaden.

Apropos Lebensdauer, auch der Fahrer lebt deutlich länger, wenn er nach dem Absteigen auf jeglichen Rauchgenuß verzichtet, anstatt seine Lungenbläschen zu asphaltieren, um später das Gesundheitssystem seines Landes zu belasten!

mopetenstaub

Yeah, Frühling!
Der Winter ist vorbei, der Frühling hält allmählich Einzug und die ersten warmen Tage haben wir schon erlebt. Na endlich – die Saison beginnt wieder! Wie bereite ich mich optimal vor? Im Folgenden möchte ich euch meine Rituale zum Saisonstart erzählen, jeder macht es anders – ich mache es eben so…

Im Winter baue ich normalerweise die Batterien meiner Motorräder aus. Das habe ich mir schon angewöhnt, als ich noch mit meiner 125er unterwegs war. Kurz bevor die ersten warmen Tage kommen, lade ich sie dann im Keller auf und baue sie erst dann ein, wenn ich tatsächlich wieder fahre.

Was man sagt und was man tut – zwei Welten
Im vergangenen Winter habe ich das zum ersten Mal komplett verbaselt, zum Glück standen die beiden in einer Tiefgaragenbox, dort ist es nicht sehr kalt und die Batterien haben kaum gelitten. Schlüssel umgedreht, E-Starter gedrückt und nach kurzem…

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Vom Ingenieur zum Amateur?

Es ist durchaus verständlich, wenn in der Ingenieurausbildung innerhalb des Themenkreises HF-Technik auch über die drahtlose Kommunikation referiert wird. Funktechnik findet heute in vielen Lebensbereichen statt, das ist somit auch nichts besonderes und gehört zur täglichen Normalität. Bedenklich wird es erst, wenn vorhandene Lehrpläne, die ohnehin bereits mit antiquiertem Stoff überfrachtet sind, auch noch zusätzlich mit Halbwissen aus dem Amateurbereich belastet werden. Anstatt also die nächste Generation auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, wird diese mit zeitraubenden Lehrgängen über die Entwicklung der Elektronik aus den Anfängen der Funktechnik zwangsbeglückt.

Als Rechtfertigung für diesen geradezu absurden Einfall wird wider einmal mehr eine Liste an Universitäten in den USA herangezogen, die, aus welchen Gründen auch immer, zu den ganz wenigen Lehrinstitutionen gehören, die sich zu solchen Experimenten hinreißen lassen. Und das ganze nur, weil ein paar hartgesottene Funkamateure im Lehrkörper es nicht lassen können ihre persönlichen Erfahrungen in den Unterricht einfließen zu lassen, um die scheinbar nötige Überzeugungsarbeit zu leisten, damit ein längst im Sterben liegendes Hobby durch etwaigen Zulauf doch noch etwas länger lebt. Der Zweck heiligt die Mittel!

Interessant hierbei ist auch der Umstand, daß die Studenten an den Hochschulen ihr bis dahin erworbenes Fachwissen in der Zeit des Studiums mangels geeigneter Gelegenheiten kaum zur Anwendung bringen können. Hier nun einen Mangel an Fachkompetenz zu kritisieren, halte ich für völlig unangebracht, das hätte man sich in der Gestaltung der Lehrpläne früher überlegen müssen. Es war durchaus absehbar, daß sich hieraus mitunter auch Defizite entwickeln werden, die Verantwortung dafür liegt aber sicher nicht bei den Studenten, sondern viel mehr an einem halb senilen Lehrkörper von Universitätsprofessoren, die scheinbar in ihrer akademischen Laufbahn nichts dazugelernt haben und nun in der irrigen Meinung leben, sie könnten dies mit erhöhtem Prüfungsaufwand kompensieren.

Das schließt selbstverständlich auch sämtliche Projekte mit ein, die den Studienlehrgang begleiten, auch hier liegen in der Regel wieder die gleichen Konzeptfehler vor, die schon für die oben beschriebenen Mißstände verantwortlich sind. Die dabei angebotene „Hilfestellung“ für die Studierenden kann dabei nurmehr als Selbsthilfe betrachtet werden, damit das Projekt nicht völlig daneben geht und dabei mehr oder weniger direkt den schuldtragenden Lehrkörper als Hauptversager bloßstellt.

Zum Schluß wird im genannten Artikel auch noch dessen Fortsetzung angekündigt, die den Inhalt des letzten Projekts, eine breitbandige Aktivantenne, zum Thema hat. Nur bis heute war davon nichts zu lesen, es war wohl ein Mißerfolg auf ganzer Linie? Oder hat der beschissene Weihnachtsmann den Artikel geklaut? Vermutlich hat er sich aus unerfindlichen Gründen in Luft aufgelöst und ist ins Nirwana verschwunden, aber das werden wir alle wohl nie erfahren!

Neues aus der Funkbude

Sachit, Master-Student, baut den elektronischen Teil der Aktivantenne zusammen. Sachit, Master-Student, baut den elektronischen Teil der Aktivantenne zusammen.

Ich benutze seit einigen Jahren Themen aus dem Amateurfunk im Master-Studiengang „Communications Technology“ an der Universität Ulm, der von Studierenden aus aller Welt besucht wird. Die Lehrveranstaltung heißt Radio Frequency Elecronics Project. 

Bezüge aus dem Amateurfunk in der akademischen Lehre zu nutzen, ist nicht wirklich neu:

  • In den USA wird an einzelnen Hochschulen die Amateurfunk-Lizenzprüfung mit der Bachelor-Ausbildung in Hochfrequenztechnik verbunden, so bei Cal Poly San Luis Obispo in Kalifornien, wo 2011 erstaunliche 150 Studierende die Amateurfunk-Lizenz erworben haben. Oder an der University of Colorado, Boulder, wo Professor Zoya Popovic (AC0XJ), die seit 2011 eine Einführung in die Hochfrequenztechnik liest. Am Ende der Veranstaltung haben die Studierenden einen 7 MHz Transceiver aufgebaut. Die Prüfung zur Technician-Lizenz und der darauf aufbauenden General-Lizenz stellt gleichzeitig die Abschlussprüfung des Kurses dar.
  • Zoyas Kurs orientiert sich an dem wunderbaren, bei Cambridge University Press…

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Grundschul-DX, Sinn oder Unsinn?

HamKids

Der hier vorliegende Artikel stellt für mich eines von vielen Beispielen dar, bei dem Schüler zum Opfer eines völlig fehlgeleiteten Enthusiasmus gemacht werden. Man könnte der genannten Lehrerin auch genausogut krankhaften Narzißmus vorwerfen. Was bitte hat Amateurfunk mit Sozialkunde, Mathematik oder Geographie zu tun, wo doch in der heutigen Praxis weder langatmige Berechnungen, noch unmittelbare Geographiekenntnisse notwendig sind?! Auch kommt das Sozialverhalten, falls überhaupt, kaum zum Zug, da sich so gut wie niemand mehr die Zeit für Konversation nimmt. Es geht hier schon lange nicht mehr um eine Kommunikationsform, sondern vielmehr um die routinemäßige Abwicklung eines antrainierten Protokolls zum füllen der jeweiligen Logdateien. Daher kann von einer „wunderbaren Idee“ wohl kaum die Rede sein!

Und schon kommen wir zum Lieblingsthema aller Amateurfunker, nämlich DX. Daß die Idee zu dem genannten Projekt nicht ausschließlich auf dem Mist einer einfachen Grundschullehrerin gewachsen war, ist hier klar erkennbar und auch kein Wunder. Hier ging es von Anfang an nicht wirklich nur um die Schüler und/oder den Unterricht, sondern viel eher um das vollkommen durchgeknallte Ego von ein paar Aktivisten, die ihre merkwürdigen Anwandlungen auf dem Rücken von Schulkindern ausleben. Genau die gleiche Methode verwendet auch die Scientology-Kirche zum Seelenfang an diversen Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Dies dann auch noch als „Motivator“ hinzustellen gerät dabei zum völligen Schwachsinn, wenn dann auch noch behauptet wird, DX bringt die Welt näher. Erstens ist das einer von mehreren Mythen, die nach genauerer Betrachtung schnell als Lüge entlarvt werden, und zweitens bringen heute alle möglichen Medien und Dinge die Welt so nahe, daß der Amateurfunk hier nicht die geringste Rolle mehr spielt. Schon im ausgehenden 20. Jahrhundert war klar, daß die Welt immer kleiner wird, allerdings sicher nicht durch den Amateurfunk, denn dieser war, wie in so vielen Fällen, dabei völlig bedeutungslos.

Die Behauptung „Verbindungen zu Funkamateuren in aller Welt bringen Verständnis für andere Sprachen, andere Kulturen“ stellt dabei einen weiteren Mythos dar, der gleichfalls falsch, wie auch leicht zu widerlegen ist. Da so gut wie alles im Amateurfunk internationalisiert wurde, kommen Kultur und Sprache praktisch nie zum Zug, man spricht Englisch und wer es bis dato nicht gut genug beherrscht, der ist zum lokalen Dialog verdammt. Über die Kultur muß man sich dann auch keine Gedanken mehr machen, denn davon würde man, ob man will oder nicht, ohnehin nichts mitbekommen.

Den nächsten Unsinn stellt die Behauptung dar: „Die Verwendung des Buchstabier-Alphabets stärkt Rechtschreibfähigkeiten“, allein darüber könnte man bereits den Kopf schütteln. Inwiefern bitte? Etwa durch die Einschränkung des Vokabulars auf nur 26 Wörter? Wenn das tatsächlich stimmt, dann wäre die Frage nach dem durchschnittlichen IQ der Schüler der nächste Punkt. Schüler die aufgrund ihres vermeintlichen Analphabetismus auf solche „Übungen“ angewiesen sind haben bereits genug Nachholbedarf, da wäre es erst recht nicht vertretbar sie einem derart exotischen Lehrstoff auszusetzen. Alles zusammen also wieder kompletter Blödsinn!

Noch schlimmer wird es im nächsten Abschnitt, wo die Meinung eines eher erfolglosen Autors als Maßstab herangezogen wird, um den „Nachweis“ zu erbringen, daß die Kinder und Jugendlichen von heute das Internet ausschließlich zur Kommunikation mit ihren Bekannten und Freunden aus dem realen Leben nutzen. Dies steht dabei nicht nur in einem falschen Kontext zum Amateurfunk, es ist sogar durch die offensichtliche Generalisierung falsch, da damit ausnahmslos alle Kinder und Jugendliche weltweit in einem Topf landen. Richtig ist viel mehr, wenn Kinder internationale Kontakte pflegen wollen, dann finden diese auf allen erdenklichen Ebenen statt und nicht nur über das Internet, insofern spielt der Amateurfunk hier ebenfalls nicht die geringste Rolle.

Das Betätigungsfeld, das der Jugendliche heute in seiner Freizeit vorfindet, ist also inzwischen bereits so unüberschaubar groß, daß hierin auch die Antwort auf die Frage zu finden ist, warum es kaum mehr Nachwuchs im Amateurfunk gibt. Das Internet ist dabei nur eine von vielen Facetten, tatsächlich ist eine ganze Liste von Gründen dafür verantwortlich, die leider Großteils durch die jeweiligen Dachverbände und deren Organisation, bzw. dem geradezu asozialen Verhalten der Amateurfunker selbst geschuldet ist.

Und zum Schluß noch einer dieser dümmlichen Mythen: „Die räumliche Dimension wird intuitiv erfahrbar“, nein sowas aber auch, aber bitte wie denn?! Etwa durch die inzwischen massiv auftretenden Störungen aus allen mögliche Quellen? Oder den durch die allgemeine Verschmutzung der Atmosphäre und der zunehmenden Urbanisierung unseres Lebensraums reduzierten Reichweiten? Oder ist etwa der langsam zuendegehende Sonnenzyklus mit seinen schlechten Ausbreitungsbedingungen dafür verantwortlich? Ich denke hier kann jeder halbwegs intelligente Mensch sehr leicht selbst die Wahrheit herausfinden und seine Schlüsse ziehen.

Wir dürfen uns fürwahr glücklich schätzen, daß man in deutschen Ländern und Resteuropa auf diesen Nonsens in den Grundschulen bislang verzichtet hat!

Neues aus der Funkbude

Ein Beitrag im wöchentlichen Ham Nation Video Podcast machte mich aufmerksam auf die Amateurfunk-Aktivitäten der Dorothy Grant Elementary School in Fontana, Kalifornien, westlich von Los Angeles gelegen. Der Clou: hier wird Amateurfunk nicht nur genutzt, um die Schülerinnen und Schüler zu besonderen Leistungen in den „MINT“-Fächern (vor allem Mathematik) zu motivieren, sondern auch als tollen Motivator in Geographie und Sozialkunde.

Was für eine wunderbare Idee.

Zu verdanken haben die Kinder dies einer sehr engagierten Lehrerin, Bev Matheson, KJ6RSX, einer ganzen Riege vor allem älterer Funkamateure, die das Ganze technisch unterstützen, und einer Reihe von großzügigen Spenden, von denen deutsche Schulstationen sicher nur träumen können – neueste Icom-Transceiver, eine Alpha 78 PA, einen Gittermast, einen Kurzwellen-Beam … das Ziel der Amateurfunkaktivitäten ist DX!

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Umständlich oder Ungeschickt?

Taste

Der Artikel als ganzes leidet leider von Anfang an am falschen Titel und man bekommt auch den Eindruck, daß dieser nur in einem Anfall von Weihnachtskoller entstanden sein kann. Hier geht es, wie so oft, nicht um das Alter oder den Werdegang als Amateurfunker, sondern leider wieder um diesen ach so vergötterten Marconi. Damit nicht genug wird auch gleich in einem Aufwaschen mit den so fürchterlich bösen bösen Nazis abgerechnet, beides hätte er sich sparen können. Genau genommen ist dies der bereits gefühlt 100.000. Artikel über diesen „Pionier“, als wäre nicht schon im 20. Jahrhundert genug Lobhudelei über diesen Menschen ausgeschüttet worden. Auch der komplette Exkurs in die Entwicklungsgeschichte der Nachrichtenübertragung ist hier total überflüssig. Selbst der technische Hintergrund, der zu seiner persönlichen Entwicklung führte, verliert dabei an Bedeutung, da dieser heute so gut wie jedem Funker bestens bekannt ist.

Altmodisch ist man heute nicht etwa durch die bloße Anwendung des Morsecodes, sondern eher durch die Verwendung einer Taste! Im Portabelbetrieb geht das in Verbindung mit einem Tablet-PC plus Tastatur und der entsprechenden Software viel einfacher, schneller und komfortabler. Aber wer weiß, vielleicht lernen Sie das auch noch Herr Schumacher! Wer bei den heutigen Ausbreitungsbedingungen ständig nur jammert, aber dafür markige Sprüche, wie „QRP for ever“ los läßt, der muß sich auch nicht wundern wenn er nichts zustandebringt!

Neues aus der Funkbude

Jahresende. Das Jahr, in dem ich sechzig wurde. Zeit, ein wenig darüber zu reflektieren, warum ich immer noch einem Hobby nachhänge, dass mich seit sechsundvierzig Jahren begleitet.

Sechsundvierzig Jahre, in denen sich der Amateurfunk unfassbar weiterentwickelt hat. Damals war FM eine „neue“ Betriebsart auf 2m, Relaisfunkstellen benutzten alte Taxifunkgeräte, Quarze kosteten ein kleines Vermögen, für mich als Schüler zumindest. 1972 kam Oscar 6, ein Amateurfunksatellit mit einem Transponder an Bord. Durchgänge berechnete man mit einem „Oscarlator“, einem genialen grafischen Hilfsmittel, aus einem kopierten Blatt Papier und einer Klarsichtfolie bestehend. 1972 war auch das Jahr, in dem ich als SWL mit meinem OV DARC-Clubmeister werden durfte.

Heute haben wir immer noch FM, neben DMR, D-STAR, C4FM, TETRA … und digitale Daten-Betriebsarten zu Hauf. Erde-Mond-Erde klappt heute auch für OM Normalverbraucher, damals waren Funkamateure wie DL3YBA mit ihren Superstationen für mich Fabelgestalten wie für Altersgenossen vielleicht Fußball-Nationalspieler. Das Funk-Hobby hat mich persönlich…

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Wozu Radio Shack?

radioshack

Über den wohlverdienten Tod des Unternehmens zu jammern ist hier völlig unangebracht. Diese Firma hat sich buchstäblich selbst überlebt und die verantwortlichen Manager waren offenbar nicht kompetent genug, um die Zeichen der Zeit zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Nichts währt ewig, alles hat einen Anfang und auch ein Ende, das eine früher, das andere später. Nur darauf zu bauen als reiner Traditionsbetrieb zu überleben halte ich für genauso unrealistisch, wie darauf zu hoffen, daß man den Pony Express als regulären Postdienst wieder einführt. Firmen wie American Express und Wells Fargo haben nur deshalb überlebt, weil sie sich immer wieder angepaßt haben und nicht in stumpfsinniger Tradition erstarrt sind!

Selbst in Europa gibt es mittlerweile Firmen, die ihre „Megastores“ schließen müssen, weil es dafür oft mehrere Gründe gibt, wie z.B. Mißwirtschaft, hohe Preise, schlechter Service, mangelnde Verfügbarkeit und zu lange Lieferzeiten im Versand. Es ist inzwischen verdammt eng geworden auf den freien Märkten. Wer hier nicht aufpaßt und seine Betriebsorganisation ohne entsprechendem Weitblick plant, der muß damit rechnen, daß sein Unternehmen früher oder später von der Bildfläche verschwunden ist! Zu Radio Shack gibt es inzwischen eine Reihe wesentlich besserer Alternativen, die noch dazu auch den besseren Service bieten.

Neues aus der Funkbude

Eines der tollsten Mitbringsel, die mir mein Vater von einer seiner USA-Reisen um 1970 mitbrachte, war ein Radio-Shack-Katalog. Stundenlang konnte ich mich in die bunten Werbeseiten vertiefen, die allerlei Unterhaltungselektronik (erinnert Ihr Euch noch an die Achtspur-Kassetten für Autoradio? Nur in den USA …), aber auch eine breite Palette von Kurzwellenempfängern, Scannern, und Antennen. Und dann die Bauteile! Ein unerreichbarer Traum für einen Dreizehnjährigen in einer deutschen Kleinstadt, der sich ab und zu ein paar Transistoren beim lokalen Rundfunk- und Fernsehtechniker erbetteln musste.

Als wir 1986 nach Red Bank, New Jersey, zogen, entdeckte ich voller Entzücken an der Broad Street einen Radio Shack. Dort kaufte ich meinen allerersten Laptop, einen Tandy 1100, zwei Diskettenlaufwerke, wirklich super – mit ihm nutzte ich die Wartezeit, wenn wir mit unserem Jüngsten mal wieder ins Krankenhaus fuhren. Er hat mir meinen Job gerettet, der Laptop.

Eines Tages dann machte Radio Shack an der Broad…

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Noch sind wir viele!

contest

Der Artikel ist streckenweise durchaus unterhaltsam, nur scheitert er am eigentlichen Kontext zur Wellenausbreitung. Wettbewerbe mit massenhaft Teilnehmern, die auch noch wenig Rücksicht und/oder Disziplin zeigen, sind denkbar ungeeignet um überhaupt ansatzweise das „Wunder“ einer außerordentlichen Sonnenaktivität als Funker wahrzunehmen. Wer sich auf ein echtes Abenteuer dieser Art einlassen möchte, der sollte sich lieber einen herausragend guten Standort in freier Natur suchen und nachts außerhalb solcher Veranstaltungen aktiv werden. Das wäre zumindest tatsächlich als sportlich zu bezeichnen! Mir jedenfalls können solche Veranstaltungen, die man allenfalls nurmehr als Chaos bezeichnen kann, gestohlen bleiben. Und damit meine ich sicherlich nicht Programme wie z.B. SOTA!

Unverständlich bleibt dabei allerdings warum dieser geistige Erguß, denn anders kann man diesen Artikel ohnehin nicht bezeichnen, mit rückwärts gerichtetem Blick in die eigene Vergangenheit eingeleitet wurde. Was bitte hat das jugendliche Interesse am Kurzwellenempfang mit den Wettbewerbsbedingungen einer eher unattraktiven Massenveranstaltung, oder noch schlimmer, den Ausbreitungsbedingungen im einzelnen zu tun?! Das beste kommt wie so oft erst am Schluß, sozusagen als Sahnehäubchen, mit der Feststellung „wir sind viele“. Ja, sind wir, noch, allerdings nicht mehr lange wenn die gegenwärtige Entwicklung so weitergeht, denn es werden weltweit mit jedem Jahr stetig weniger, auch wenn die Zahl der Lizenznehmer vorübergehend statistisch zunimmt. Aber was bedeutet das schon!

P.S.: Wer ständig nur jammert, daß er sich mit seiner bestehenden Portabelausrüstung gegenüber anderen nicht durchzusetzen vermag, der ist in erster Linie selbst schuld! Ich kann mir nicht vorstellen, daß man sich als Hochschulprofessor keine vernünftige Antenne leisten kann. Hier orte ich eher ein gewisses Maß an Faulheit, wenn es darum geht ein entsprechend höheres Gewicht zu tragen.

Neues aus der Funkbude

Bei uns zuhause gab es ein altes Kofferradio mit Kurzwellenbereich, das meine Eltern eigentlich nur im Skiurlaub im Engadin nutzten, um Nachrichten aus Deutschland zu hören. Die geheimnisvolle Fähigkeit der Kurzwelle, große Entfernungen zu überbrücken, sogar in die engen Täler des oberen Engadins vorzudringen, war mir daher schon als Kind bekannt, und es muss so um 1969 gewesen sein, dass ich anfing, auch zuhause die Frequenzen zu durchforsten. Tage- und auch nächtelang verfolgte ich, mit Kopfhörer ausgestattet, völlig fasziniert den tages- und jahreszeitlichen Wechsel der Funkausbreitung. 1973 erwarb ich die Amateurfunk-Lizenz, zunächst nur für die Ultrakurzwelle, weil mir das Erlernen der Morsetelegrafie zunächst zu mühsam war. Aber die wirkliche Faszination des Funks, das war doch die Kurzwelle, und so schob ich 1976 die „große“ Lizenz nach, die mir den Zugang zu den Kurzwellenbändern öffnete.

Gern erinnere ich mich an die Treffen mit ein paar Gleichgesinnten, in meinem Elternhaus, das einen…

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WRTC 2018

Iltis

Tja, das mit der eingeschränkten Duschmöglichkeit ist schon eine hygienische Herausforderung. Allerdings sticht in der Tierwelt der Iltis auch nur durch seinen erbärmlichen Gestank hervor, ein Grund mehr für die Hartgesottenen unter den Funkern aufzufallen. Da braucht es womöglich auch keine VOTA-Nummer mehr, um aus kurzer Distanz schon allein durch die penetrante Ausdünstung erkannt zu werden! Eigentlich wäre die Veranstaltung unter diesen Umständen eher als Armutszeugnis aufzufassen, wenn nicht einmal die Mindestvoraussetzungen, die heute jeder Campingplatz anbietet, geschaffen werden können.

Neues aus der Funkbude

Im Juli diesen Jahres findet in der Region südöstlich von Wittenberg die World Radio Team Championship statt.

Die Organisatoren suchen immer noch nach ehrenamtlichen Helfern, die bereit sind, von 11. bis 16. Juli die 63 Standorte aufzubauen, zu bewachen, die Wettbewerber zu versorgen und schließlich die Standorte wieder abzubauen.

Gesucht werden YLs und OMs, die einfach Spass daran haben, ein paar Tage Fieldday-Atmosphäre zu atmen und dabei Top-Contester in Aktion zu sehen. Man muss selbst kein Contester sein — ich bin es sicherlich auch nicht, schon allein in Ermangelung einer halbwegs konkurrenzfähigen Antennenanlage.

Mitbringen sollte man eine gewisse Outdoor-Festigkeit (vor allem wenn man kein Wohnmobil hat, bei mir muss es ein kleines Zelt tun) und die Bereitschaft, sich selbst zu versorgen. Duschmöglichkeiten sollen vom Veranstalter vor Ort organisiert werden … aber es ist auch noch niemand gestorben, wenn er (oder sie) mal ein paar Tage nur Katzenwäsche macht. Nur vor…

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Solarzyklus 24 könnte zwei Maxima haben?

solarzyklus

Das ist wohl eines der Lieblingsthemen von Herrn Schumacher, denn warum sonst sollte sich jemand zu einer so sinnlosen Prognose, noch dazu so früh, hinreißen lassen! Solarzyklen sind wie Erdbeben und Vulkanausbrüche, man kann so gut wie nie irgend etwas genaues voraussagen. Es ist eben eine von vielen Naturerscheinungen, die sich selbst nach langjähriger Beobachtung kaum in das Schema einer wissenschaftlichen Studie pressen lassen. Demnach hätte Solarzyklus 24 auch einer der wenigen ganz ohne Maximum sein können. Worüber man sich hier viel mehr den Kopf zerbrechen sollte, ist die Tatsache, daß schon die letzten vier Zyklen einen immer niedriger werdenden Zenit aufweisen und daher im Maximum immer schwächer und daher in der Laufzeit immer kürzer werden. Einige Wissenschaftler vermuten daher, daß es in nicht absehbarer Zeit zu einem eruptiven Sonnensturm mit katastrophalen Auswirkungen kommen wird. Aber auch das ist letzten Endes nichts weiter als reine Spekulation. Sicher ist lediglich, daß der laufende Zyklus der mit Abstand mieseste in der ganzen Aufzeichnungsgeschichte ist.

Neues aus der Funkbude

Aktive Kurzwellenamateure wissen es längst: dieser Sonnenflecken-Zyklus bringt es nicht. Im Mai 2013 sollte das nächste Sonnenfleckenmaximum auftreten, aber die Ausbreitungsbedingungen auf den höheren Kurzwellenbändern waren in den ersten zwei Monaten des Jahres mehr als enttäuschend (der März sieht, nach persönlicher Beobachtung, da etwas besser aus).

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